Digitale Hilfsmittel für digitale Senioren: Design macht glücklich

von David Fässler

Die Digitalisierung der Senioren schreitet voran. Digitale Hilfsmittel sind heute zunehmend Smartphones, die für allerlei Zwecke eingesetzt werden können. Hatte die Pro Senectute vor einigen Jahren noch mitgeteilt, dass Offline-Senioren den Anschluss an die Gesellschaft verlören, scheint sich das Blatt zu wenden. Inwiefern macht sich das bemerkbar? Und was hat das mit Design zu tun?

Laut einer Studie der Fachhochschule St. Gallen von 2017 nutzen 68% der über 65-Jährigen Informationen aus dem Internet. Eine Studie der Pro Senectute hatte zwei Jahre vorher in derselben Altersgruppe erst 56% ausgemacht. Diese Entwicklung ist erfreulich.

Smartphone als digitales Hilfsmittel – mit allen Funktionen

Handys mit extragrossen Knöpfen werden von vielen älteren Menschen abgelehnt, zu sehr haben die klobig wirkenden Geräte eine stigmatisierende Wirkung. Wenn ein digitales Hilfsmittel altersgerecht sein soll, dann bitte so, dass es nicht auffällt. Viele der typischen Merkmale eines Seniorenhandys lassen sich heute auf Smartphones finden.

Nutzer können Notruffunktionen einschalten, die sich ohne Ausschalten der Bildschirmsperre auslösen lassen. Die Software TeamViewer für den Fernzugriff durch Angehörige, kann auf jedes Smartphone heruntergeladen werden. Die Kommunikation via WhatsApp ist für Enkelkinder und ihre Grosseltern ein Kinderspiel. Fotografische Feriengrüsse können via Instagram geteilt werden.

Wem es zu viele Funktionen und Apps hat, der kann auf vielen Modellen mühelos auf einen einfachen Modus wechseln. Produkte, die ein beschränktes Angebot an Funktionalitäten bieten, sind nicht beliebt. Ältere Menschen wollen sich nicht bevormunden lassen. Viel wichtiger ist eine massgeschneiderte Beratung und Schulung. So bietet zum Beispiel die Swisscom Kurse für Tablet- und Smartphone-User an.

Digitale Hilfsmittel und die Rolle des Designs

Zunehmend erkennen Hersteller von Produkten aus den verschiedensten Branchen, wie wichtig ein ansprechendes Design ist. Das gilt für die analoge, wie auch für die digitale Produktwelt. Bei der Entwicklung von MONA, unter anderem gemeinsam mit dem Zentrum für Gerontologie (ZfG) an der Universität Zürich, haben wir diesem Aspekt grosse Beachtung geschenkt. In diversen Testing-Workshops der digitalen Applikation MONA haben wir gelernt, dass viele Aspekte des Designs universell gelten, also für alle Altersgruppen. So gefällt eine kontrastreiche Schrift, die gross genug und angenehm lesbar ist, allen Generationen.

Gespräche mit älteren Menschen zeigen uns ausserdem, dass Design zu den wichtigen Kaufargumenten zählen kann. Und das ist gut so. Denn das Tragen und Nutzen eines schön designten Geräts hebt die Laune und macht glücklich – sofern die Bedienung intuitiv und einfach ist.

Möchten Sie mehr über neue Technologien im Alter erfahren? Lesen Sie dazu auch unseren Artikel über Pflegeroboter.

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