Hilfe, die Pflegeroboter kommen!

von David Fässler

Die Digitalisierung macht vor nichts halt. Alle werden dies zu spüren bekommen. Auch die älteren Menschen. Sind Pflegeroboter die Lösung?

Roboter sollen in irgendeiner Weise das Leben angenehmer machen. So namentlich auch in der Alterspflege. Experten rechnen damit, dass die Schweiz auf einen Pflegenotstand zusteuert. In einigen Jahren soll es in Alters- und Pflegeheimen an genügend qualifiziertem Personal mangeln, und besonders bei der Spitex werden viele Fachkräfte fehlen. Rund 180’000 Personen arbeiten im Pflegebereich, im Jahr 2025 werden laut einem Bericht der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK) fast 40’000 mehr benötigt. Die GDK ist sich sicher, dass die Ausbildung alleine den Bedarf nicht genügend decken wird. Schwerwiegender wiegt der Umstand, dass der Job als unattraktiv gilt, die Berufsaussteigerquote ist im Vergleich zu anderen Branchen hoch.

Zukunft: Roboter pflegen Menschen

Was liegt also näher, das Problem mittels Einsatz von Pflegerobotern in den Griff zu bekommen? Das könnte ein Ansatz sein. Schon seit Jahren bekannt ist die japanische Roboterrobbe ‘Paro’, die als Spielgefährte für ältere Menschen konzipiert wurde. Ebenfalls aus Japan kommen Ideen wie ein ‘automatischer Wäscheroboter’, der eine Art Waschmaschine für Menschen ist. Menschenähnliche Roboter sollen ausserdem Fürsorge und Informationen liefern.

Die Emotionen gehen zu Recht hoch. Wenn Roboter quasi das Zepter übernehmen, sei das Desaster vorprogrammiert. Die Senioren würden ohne menschlichen Kontakt vereinsamen. Es gehe nur ums Sparen, ein Roboter sei halt viel billiger. Pflegeroboter würden Menschen nie ersetzen können. Und was passiert mit den Daten, die der Roboter sammelt?

Was kann ein Pflegeroboter überhaupt, oder was soll er tun können?

Aber: Es geht nicht darum, dass die Roboter die Menschen komplett ersetzen sollen; genausowenig, wie die Digitalisierung die Jobs der Menschen übernehmen würde.

Zur Zeit ist nicht einmal klar, was Roboter denn überhaupt an für sie geeignete sinnvolle Arbeiten übernehmen könnten. Das Tragen schwerer Lasten wäre ein Beispiel. Spitex-Mitarbeitende könnten ihren Rücken entlasten, wenn künftig der Pflegeroboter ältere Menschen aus dem Bett in einen Stuhl hievt. Das ist zwar scheinbar eine einfache Tätigkeit, die viel Nutzen bringen kann. Leider ist mir noch kein einziger Pflegeroboter bekannt, der selbst diese simple, aber schwere Arbeit heute regelmässig verrichtet. Ein Roboter kann nach heutigem Wissensstand Handlungen, die in Interaktion mit Menschen erfolgen, nur mit Mühe verrichten.

Pflegerobote, Wohnen im Alter

Pflegeroboter. Können Roboter in Alterspflege mitmachen?

Nach wie vor werden uns in den Medien diese kleinen putzigen Dingerchen präsentiert, die angeblich ältere Menschen unterhalten sollen. Es ist in der Tat zweifelhaft, ob dies ein Ersatz für menschliche Fürsorge sein soll. Stattdessen wäre Forschung und Entwicklung zum Beispiel im Bereich ‚Heben von Lasten‘ vertiefter anzugehen – gemeinsam mit den älteren Menschen. Dann würden wir erfahren, ob Roboter wirklich in der Lage sind, unser Leben angenehmer zu machen.

MONA ist auch dabei, weitere Entwicklungen zu beobachten und zu beeinflussen.

 

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